The Knights
THE KNIGHTS lieben was sie tun und haben in der letzten Zeit fleißig an neuen Songs gebastelt. Jetzt ist das zweite Album „Pardon My Riot“ der  Hamburger Band erschienen. Dafür gründeten sie kurzerhand ihr eigenes Label „Boogie Knights Records“ und Unterstützung von Verlagsseite ist auch in Sicht. Wir haben die vier Bandmitglieder Khouzama, Howhard, Lennart und Marvin (Foto v.l.) zum Interview gebeten.


Im letzten Jahr habt ihr euch die Finger wund gespielt und ward doch nur ewiger Zweiter. Woran lag’s?

Lennart: Call us The Vize-Knights. Du spielst auf unsere Teilnahme am „Hamburg Rockt“ Wettbewerb an – da sind wir tatsächlich zweiter geworden und so knapp am Plattenvertrag vorbeigerockt. Aber halb so wild, mittlerweile haben wir unser eigenes Label „Boogie Knights Records“ und ein ritterliches Album herausgebracht. Der Contest war aber allein wegen der Medienpräsenz natürlich trotzdem ein Erfolg. Wir freuen uns sehr, dass „Xfm“ immer noch fleißig unsere Songs im Radio spielt. Genauso wie „N-Joy“ – bei denen haben wir allerdings mal den Bandbattle gewonnen…


Im Radio war ja vor allem der Song „James Dean“ zu hören. Auf dem neuen Album „Pardon My Riot“ finden sich Titel wie „Woody” und Scarlet”. Ihr scheint ein Faible für bekannte Persönlichkeiten zu  haben.

Marvin: Wir haben vor allem ein Faible für Ikonen, bzw. machen uns ihre Bedeutung gerne zu nutzen. James Dean war einfach ein großartiges Symbol für ein Leben auf der Überholspur, während Woody Allen in dem gleichnamigen Song als Inbegriff des Großstadtneurotikers herhalten muss. Das Lied, dass wir Scarlett Red benannt haben und in dem auch die Scarlett Johansson namentlich auftaucht, handelt im weitesten Sinne von Identität im Internet und von den Artefakten die wir dort hinterlassen, die Beziehungen die dort beginnen können…. Und was als nächstes kommt? Keine Ahnung um ehrlich zu sein, es muss halt passen. Das ist jetzt kein Konzept das wir auf Teufel komm raus durch ziehen wollen. Es geht uns immer auch darum dass wir Leitmotive der Popkultur aufgreifen mit denen Menschen sich identifizieren können, um Textideen einen Bilderrahmen zu geben. Die moderne Promi-Mythologie kann dabei manchmal denselben Zweck erfüllen wie jene der Griechen vor über 2000 Jahren.


In einer Zeit, wo Leute sich online die Sahnestücke von Alben aussuchen und einzeln kaufen…wieso macht man sich da noch die Mühe, ein ganzes Album zu produzieren?

Marvin: Klar stell ich mir gelegentlich auch mal ne Playlist zusammen oder stell mein Itunes auf Shuffle, aber das Erlebnis ein wirklich gutes Album von vorne bis hinten zu hören ist nicht zu schlagen. Vielleicht werden wir langsam alt, aber zu fragen wieso man Alben macht, ist fast wie zu fragen warum man überhaupt Musik macht: Ein Album steht für sich als Gesamtwerk, es steht für den Charakter der Schaffenden mehr als jeder einzelne Song und ist so mehr als die Summe seiner einzelnen Teile. Dabei denke ich auch an großartige Scheiben aus der Vergangenheit von Soundfricklern wie Brian Eno, den Pumpkins oder eng gefasste Konzeptalben wie von den Beatles, die erst als komplettes Album durchgehört ihre volle Kraft entfalten und so mehr über die Künstler offenbaren als nur ein einzelner Song.


Welches Konzept verfolgt ihr in „Pardon My Riot“?

Khouzama: Das Konzept ist letztlich „All Killers No Fillers“, jeder Song ist ein Statement aus unserem Tagebuch.
Howhard:
Daher erschließt sich das Konzept wohl eher uns als jemandem, der unsere Musik zum ersten Mal hört. Wir sind einfach mit sehr hohen Ansprüchen an jeden einzelnen Song gegangen und haben endlos verworfen und überarbeitet. Der Track „City Streets“ zum Beispiel, zu dem wir grad ein Video gedreht haben, war an einem Punkt seiner Entwicklung sogar mal ein Walzer. Von Kids on the Telly haben wir über die Vorproduktion hinweg ungefähr vier verschiedene Versionen gehabt, alle unterschiedlich schnell und unterschiedlich Instrumentiert. Fast jeden der Songs haben wir ausführlich vorproduziert bevor wir ihn ins Studio gebracht haben.


Hat sich bei euer Herangehensweise in der Produktion im Vergleich zum letzten Album etwas verändert?

Lennart: Der Entstehungsprozess des neuen Albums ist in gewisser Weise ähnlich gewesen, wie bei unserem Debut. Wir haben wieder ohne Labelsupport Songs geschrieben, Studiozeit gebucht, die Platte konzipiert und dann mit unserem Engineer Christoph Stepan produziert.
Marvin:
Wir haben komplett durchgezogen was wir machen wollten, nur dass wir uns im Vergleich zur ersten Platte diesmal für einen mehr electro-orientierten Ansatz entschieden haben.
Howhard:
Wir spielen zwar schon fast zehn Jahre zusammen, haben uns aber erst zu unserem Debut vor 3 Jahren in The Knights umbenannt, insofern hat sich seitdem viel geändert. Mit der ersten Platte haben wir auf uns aufmerksam gemacht, ein Managment gefunden, sind auf Konzerte und Festivals gebucht worden, haben die Möglichkeit bekommen ein Video zu drehen. Bei diesem Album haben wir all diese Erfahrung im Rücken. Wir haben inzwischen unser eigenes Label, bereits drei Videos abgedreht und noch mindestens zwei weitere in Planung, und vor allem nun ein professionelles Promonetzwerk, das für uns arbeitet.


Was steht in diesem Jahr an großen Projekten an?

Marvin: Hmmmm: wir haben schon ein paar Sachen erwähnt, es stehen auf jeden Fall weitere Videos an und natürlich wollen wir auch live noch ein bisschen aktiv werden. Zunächst haben wir eine kleine Pre-Releasetour grad hinter uns, die uns unter anderem nach Warschau geführt hat. Im Sommer stehen natürlich ein paar Festivals an und dann im Herbst vielleicht noch die eine oder andere Mini-Tour …
Lennart:
  …darüber schnacken wir grad mit unserer neuen Bookingagentur „XwhyZ“, die seit knapp einer Woche mit im Boot sind. Aber wir sind natürlich auch schon wieder fleißig damit beschäftigt neue Songs zu schreiben. Die Hitmaschine läuft wieder, sodass wir wohl gegen Ende des Jahres wieder ins Studio gehen werden um vielleicht eine kleine EP aufzunehmen …

Wir dürfen also weiter gespannt sein und wünschen viel Spaß bei den Konzerten. Mehr über und von THE KNIGHTS gibt es auf ihrem Blog oder der Facebookseite.



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Fotos: Kevin Jakubowski